Lernblog - Lern-Online.net

Direkt zum Inhalt springen

Suchen

Links

Werbung

eBay 3...2...1...meins!



Bemerkungen zur französischen Grammatik

Wie alle Benutzer der französischen Sprache -egal ob Muttersprachler oder Lernende- sicher erfahren haben, ist es durchaus möglich, dieses Medium sprechend oder hörend/lesend anzuwenden, d.h. also entweder eigene Gedanken auszudrücken oder Fremdes zu verstehen.
Hierbei helfen die Situation und die direkte Kommunikation mit dem Gesprächspartner.Die eigentliche Spracharbeit jedoch beginnt da, wo sich die so genannte Grammatik einschaltet, die vom Benutzer äußerste formale Korrektheit verlangt. Erst beim Befolgen der grammatikalischen „Regeln“ kann der Lernende eine mehr oder weniger gute Sprachbeherrschung erwerben, die es ihm dann möglich macht, sich schriftlich adäquat zu äußern oder auch Texte eines höheren Schwierigkeitsgrades zu verstehen.

Wie die anderen romanischen Sprachen (also Spanisch, Portugiesisch oder Rumänisch) hat sich auch das Französische auf der Basis des historischen Lateins-genauer des gesprochenen Vulgärlateins- unter Mitarbeit der lokalen Dialekte entwickelt. Und Latein ist- oder war- eine sehr formenreiche Sprache, zu deren Verständnis und Anwendung eine genaueste Beachtung der formalen Elemente( Morpheme, Endungen) unabdingbar war.

Zum Leidwesen (auch mancher französischen Muttersprachler) hat das heutige Französisch diesen Formenreichtum und die Betonung der Korrektheit weitgehend beibehalten. Liest man z.B. Texte oder Briefe von Französisch-Sprechern, die nicht über die oben genannte grammatikalische Schulung verfügen, wie sie z.B. die Schule vermittelt und einfordert, so ist man vielleicht erstaunt über die große Zahl von Schreibfehlern, die aber im Grunde keine „Schreib“-Fehler sind, sondern auf mangelndes grammatikalisches Verständnis zurückgehen.
Man kann eine französische „Lautung“, also den reinen Klang eines Wortes auf die verschiedensten Arten „Schreiben“. Bei „falscher“, also nicht situationsgerechter Schreibung entstehen in der schriftlichen Kommunikation große Verständnisschwierigkeiten. Ob ich die Lautung „LO“ „l’eau“ oder „lot“ schreibe, ob ich bei gleicher Lautung „parleR“, „parleZ“ oder „parlÉ“ schreibe, kann schon zu Missverständnissen führen.

Wie nun soll sich der Sprach-Lernende die grammatikalischen Fertigkeiten aneignen, gibt es Tricks, „Eselsbrücken“, um einen leichteren Zugang zu finden???
Leider NEIN. Es gibt keinen „Königsweg“ zur französischen Grammatik.
Die Regeln und Formen müssen gelernt und geübt werden- zumindest für den schriftlichen Gebrauch. Aber mit System.
So finden sich z.B. bei den so genannten „unregelmäßigen“ Verben immer gleich parallele Verben, welche dieselben Eigenarten aufweisen. Beherrsche ich die die Formen von „venir“, brauche ich die Formen von „devenir“ nicht auch noch zu lernen. Das nur als kleiner Tipp.

Im Übrigen empfiehlt sich stets ein interaktives, pragmatisches Vorgehen, das von Fall zu Fall arbeitet und so langsam eine Sicherheit entstehen lässt - zum Beispiel durch häufige Anfragen in unseren Französisch-Forum!

Für einen ersten praktischen Überblick hilft die sehr gute Site bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Sprache#Grammatik

Richard Jörges

Interview mit Lucas Wyrsch

Lucas Wyrsch ist für mich in letzter Zeit häufig die ultimative Anlaufstelle für Anfragen über Web 2.0 und deren eigentlichen Nutzen, wie Netzwerke funktionieren und wie wir Lern-Online verbessern sollten, unter anderen durch ihn kam ich auf die Idee den Lernblog zu starten. Ich halte Lucas Wyrsch für einen sehr netten und interesanten Menschen und wollte etwas von seiner Lebenserfahrung bzw. Web-Technologie Wissen euch teilhaben lassen. Hier kommt das Interview:

Bild von Lucas Wyrsch

Lern-Online.net: Lieber Herr Wyrsch, vor eineinhalb Jahren traf ich sie im Diskussionsforum Ayom, dabei versuchten Sie für “Lern-Online” viele hilfreiche Tipps zur Optimierung und Verbreitung zu machen. Mittlerweile haben wir auch deutlich unsere Besucherzahlen gesteigert und es gibt mehr aktive User im Forum. Was sollten wir ihrer Meinung nach machen, damit Lern-Online noch mehr bekannt wird und vor allem positiv bekannt wird?

Lucas Wyrsch: Guten Morgen Herr Kosba,Vielen Dank für Ihr Interview.
Wichtig beim Optimieren von Sites ist, daß sich das alexa ranking permanent verbessert, beziehungsweise, daß sich der Traffic verbessert. Solange die Besucherzahlen von “Lern-Online” steigen, steht alles zum Besten. Mehr Traffic erhält man durch ein besseres PageRank, das durch größere Aktivitäten in Foren und sozialen Netzwerken, aber auch durch gute Affiliate Programme, interessante Blog Beiträge und mehr Kundenzufriedenheit erreicht wird. Eine der wichtigsten Komponenten ist das Vertrauen der Nutzer, wie es Dean Lindsay in Cracking the Networking Code erklärt.

Lern-Online.net: Sie haben jede Menge Erfahrungen mit neuen Web-Techniken bzw. Trends, die auch unter dem Begriff “Web 2.0″ bekannt sind wie RSS, Blogs, Social Networks und ähnlichen Trends des 21. Jahrhunderts. Was ist so innovativ an diesen Techniken und was wird die Zukunft, ihrer Meinung nach kommen ? Vor allem im Bezug auf E-Learning, wie es das Projekt “Mindpicnic“, mit dessen Webmaster wir ebenfalls ein Interview führten, mit einer Web 2.0 Idee des E-Learnings versucht ?

Lucas Wyrsch: Web 2.0 ist primär ein Paradigmenwechsel aus der geschlossenen, proprietären Welt in die offene Ära der Zusammenarbeit. Das schönste Beispiel sehen wir bei Microsoft, wo Bill Gates, der die Kernaktivität von Microsoft im Verkauf von Lizenzen gesehen hat, sich durch seinen Rivalen und Konkurrenzen Ray Ozzie ersetzen ließ, der ein ausgesprochener Spezialist von Software im Bereich der Zusammenarbeit ist. Schaufenster aus der klassischen Welt der industriellen Revolution werden im Zeitalter des IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) durch Tags ersetzt und das Advertising wird zum Tagvertising, beziehungsweise zur Folksonomy.

Lern-Online.net: Studienplätze sind begrenzt, jedoch gibt es jedes Jahr eine große Nachfrage nach Studienplätzen. In der FU Berlin gibt es schon jede Menge Bemühungen E-Learning Elemente zu verwirklichen, wie man unter E-Learning an der FU Berlin in der Wikipedia nach lesen kann. Inwieweit kann e-Learning ihrer Meinung nach den Besuch eines Hörsaals ersetzen bzw. ergänzen ?

Lucas Wyrsch: E-Learning wird immer wichtiger, weil es zeitlich und räumlich unabhängig ist und dadurch viel günstiger wird, denn man spart einerseits die Transportkosten in den Hörsaal ein und hat andererseits auch keine, durch Transport verursachte, Zeitverluste. Da es beim Studium jedoch immer auch darum geht, sich ein Beziehungsnetz aufzubauen und dies beim eLearning fehlt, soll, wer sich online weiterbildet, sich auch gleichzeitig in sozialen Netzwerken wie beispielsweise ecademy, LinkedIn, openBC oder orkut einschreiben, denn Wissen allein, selbst in der heutigen Wissensgesellschaft, ohne Vernetzung, Kontakte und Beziehungen bringt den gewünschten Erfolg nicht unbedingt. Viel mehr geht es darum, wie Mark Granovetter in “The strength of weak ties” erklärt, sein soziales Netzwerk nicht nur auf Freunde zu beschränken, sondern auch auf entferntere Beziehungen zu erweitern und dafür sind online soziale Netzwerke sehr geeignet.

Lern-Online.net: In ihren openBC Profil steht das Sie 9! Sprachen beherrschen. Damit übertreffen sie sogar unseren Fremdsprachen-Redakteur Richard Jörges, der 8 Sprachen beherrscht. Wie haben Sie es geschafft so viele Sprachen zu erlernen und wie schaffen sie es, alle 9 Sprachen im täglichen Leben zu verwenden bzw. nur irgendwie zu wiederholen, um das Gelernte vor 10 bzw. mehr Jahren nicht zu vergessen?

Lucas Wyrsch: Sprachen sind Vektoren der Kommunikation. Wer viel und aktiv reist, wird viele Sprachen lernen. Einer der bekanntesten deutschen Archäologen, Heinrich Schliemann, soll neben deutsch auch noch englisch, französisch, niederländisch, spanisch, portugiesisch, schwedisch, italienisch, griechisch, lateinisch, russisch, arabisch und türkisch gesprochen, geschrieben und gelesen haben. Im Cluetrain Manifesto lernen wir, daß Märkte Gespräche sind. Einer der Gründe des ausserordentlichen Erfolges von Google liegt in der Mehrsprachigkeit, denn Google ermöglich, die eigene Google Suchmaschine gegenwärtig in über 117 Sprachen einzustellen. Weltweit sollen rund 6′700 Sprachen gesprochen werden, nur etwas mehr als 200 werden jedoch von über einer Million Menschen gesprochen und nur eine von über einer Milliarde und es handelt sich nicht um englisch, sondern um chinesisch. Chinesisch wird nicht nur in China, sondern auch in Japan und Korea geschrieben, wobei sowohl Japan als auch Korea auch über ihre eigenen Alphabete verfügen. Japan verfügt neben dem Kanji (den chinesischen Schriftzeichen) gleich noch über zwei eigene Alphabete, dem Hiragana, das japanische Begriffe, für welche es kein Kanji Schriftzeichen gibt, beinhaltet und Katakana, das vor allem von anderen Sprachen in die japanische Sprache importierte Ausdrücke darstellt. Chinesisch wird zwar nur von 16% der Weltbevölkerung gesprochen, aber von 25% geschrieben und gelesen, wenn man beide chinesischen Schreibweisen, die vereinfachten kurzen und die traditionellen langen, zusammenzählt.

Lern-Online.net: Sie haben in Peking, der Hauptstadt von China studiert. Erzählen Sie uns bitte etwas über dieses interessante Land und deren Zukunftsvisionen. Suchmaschinen zensieren die Suchergebnisse in China und Menschen arbeiten dort wie Maschinen, damit wir Europäer alles günstig bekommen - stimmen Sie diesen Aussagen überein ?

Lucas Wyrsch: Der Chinese Bi Sheng entwickelte in China zwischen 1041 und 1048 die Druckkunst mit beweglichen Lettern rund 400 Jahre vor dem Deutschen Johannes Gutenberg. China hat auch den Kompass erfunden und beherrschte alle Weltmeere bis ins Jahr 1433 . Nachdem Im Jahr 1433 der chinesische Kaiser XuanDe den Bau großer chinesischer Meerschiffe und den Außenhandel unter Androhung der Todesstrafe verbieten ließ, begann für China die Isolationsphase, welche durch die vierte Bauphase der chinesischen Mauer noch amplifiziert wurde. Die Folge war, daß China den Vorsprung in Technologie, Wissenschaft, Kunst und Literatur zu verlieren begann. Die chinesische Astrologie kennt 12 Jahre und 5 Elemente und unterteilt sich in 60 jährige Zyklen. Der russische Wirtschaftswissenschafter Kondratieff entwickelte unabhängig von den Chinesen Zyklen von 60 Jahren, die er ” die langen Wellen der Konjunktur” nannte und anhand empirischen Materials aus Deutschland, Frankreich, England und den USA feststellte, daß die kurzen Konjunkturzyklen von langen Konjunkturwellen überlagert werden. Diese rund 60 Jahre dauernden langen Wellen bestehen aus einer länger andauernden Aufstiegsphase und einer etwas kürzeren Abstiegsphase. Basiere ich mich auf Kondratieffs lange Zyklen und nehme ich das Jahr 1433 als Beginn des Abstiegs komme ich nach zehn großen Kondratieffzyklen von 60 Jahren ins Jahr 2033! Meiner Hypothese nach dürfte im Jahr 2033 China wieder die Weltvormacht in Technologie und Forschung erreicht haben.

Lern-Online.net: Wie wird in China gelernt? Damit meine ich den Stellenwert von Bildung in der Gesellschaft und Politik. Ich habe nämlich dazu gerade eine interessante Website gefunden: Umfangreichste Bildung der Welt - kein Wunder, bei dir Masse an Menschen müssen einfach die Genies von morgen zu finden sein, denken Sie auch so ?

Lucas Wyrsch: Bildung ist in der konfuzeanischen Kultur Chinas das wichtigste überhaupt. Konfuzius gründete eine Schule der Philosophie, deren zentraler Wert die Ordnung war, die seiner Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar wird. Im Mittelpunkt seines Denkens stand der „Edle”, ein moralisch einwandfreier Mensch. Der Gedanke der Harmonie spielt eine bedeutende Rolle in seiner Weltanschauung: “Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint”, sah Konfuzius als das höchste menschliche Ziel an. “Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht” seien das Ziel. “Lernen ohne zu denken ist sinnlos, aber denken ohne zu lernen ist gefährlich”. Das Portal Sina.com veröffentlicht in ihrem Media Kit eine interessante, statistisch relevante Studie, nach der Chinesen in den USA die höchste Quote an Universitätsdiplomanden hätten. Chinesen lernen übrigens erstaunlich viel online. Aber auch in Japan gehört Bildung, seit dem Einfluss von Fukuzawa Yukichi als wichtigste Voraussetzung der Modernisierung.

Lern-Online.net: Blended Learning habe ich vor ein paar Wochen entdeckt, jedoch kenne ich dafür keine praktischen Beispiele. Kurzgefasst Blended Learning will die Vorteile von e-Learning nutzen , also die Flexibilität und Effektivität und die Nachteile sollen durch soziale Aspekte der Kopf-zu-Kopf Kommunikation verbinden. Was hälst du von diesen Ideen und wie denkst du über deren zukünftigen Erfolgsaussichten?

Lucas Wyrsch: Ich erwähnte am Anfang, daß lernen allein, ohne Aufbau eines sozialen Neztes, nicht optimal sei. Blended Learning ermöglicht eine Kompensation des Lernens mit dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes. Ich denke, daß man heute durch online soziale Netzwerke beides vereinen kann. Wer nicht an online sozialen Netzwerken teilnehmen will, wird mit Blended Learning eine sinnvolle Alternative finden.

Vielen Dank für das sehr informative Interview!

Interview mit Dirk Niebel von der FDP

Dirk Niebel ist seit Mai 2005 zum Generalsekretär der FDP gewählt worden. Ein detailierten Lebenslauf findet ihr auf seiner Homepage. Ich habe ein E-Mail Interview mit ihm geführt über seine Position in der Partei, Studiengebühren, Zukunft auf den Arbeitsmarkt und wie die FDP ihr Image als Spaßpartei wirklich verliert. Ich habe mir Dirk Niebel als Interviewpartner ausgesucht, da er eine hohe Position in der Partei hat, jedoch eher vor allem weil der die Inhalte vom offiziellen FDP-Blog verfasst. Ich habe mich sehr gefreut, dass nach zweieinhalb Tagen schon die Antworten kamen. Kommen wir jetzt zum Interview:

Pressebild von Dirk Niebel vom Juli 2005

Lern-Online.net: Sehr geehrter Herr Niebel, seit Mai 2005 sind sie der Generalsekretär der FDP. Was sind die Aufgaben eines Generalsekretärs und wie gefällt ihnen dieses Amt bisher?

Dirk Niebel: Der Generalsekretär wirkt in der Partei nach außen, indem er neben dem Bundesvorsitzenden die Position der Partei öffentlich vertritt. Im Ton kann er dabei auch etwas schärfer sein. Nach innen ist er für die Programmatik, die Betreuung der Parteigremien und die Verwaltung zuständig. Mir gefallen diese Aufgaben gut, ich finde sie abwechslungsreich und herausfordernd. Ich werde bei diesen Aufgaben durch kreative, zuverlässige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt.

Lern-Online.net: Vor einigen Tagen laß ich einen Artikel im Spiegel “Chance der FDP - Achillesferse Guido”, die berichtete, dass eigentlich die momentane Zeit der vielen Veränderungen optimal für eine liberale Partei steht, jedoch auch dass dieses Potential nicht erreicht werden kann, weil es an besonderen Persönlichkeiten in der FDP mangelt. Sie werden sicherlich dies widersprechen, aber wie wird die FDP ihr Image einer Spaßpartei verlieren, wenn weiterhin Guido Westerwelle die Führung inne hat?

Dirk Niebel: Die FDP ist die stärkste Oppositionspartei im Deutschen Bundestag. Das ist kein Spaß, denn das Kartell der Sozialdemokraten in christdemokratischem Hemd hat außer einem massiven Steuererhöhungsprogramm nichts zu bieten. Alle notwendigen Maßnahmen, z.B. in der Arbeits- und Tarifpolitik, werden auf den St.-Nimmerleinstag verschoben. Wir haben eine Reihe qualifizierter Fachpolitiker, z.B. in der Gesundheits-, Umwelt- und nicht zuletzt in der Arbeitsmarktpolitik, deren Stimmen und Positionen von den Medien mehr verbreitet werden müssten. Im Bundestag können wir aufgrund der herrschenden Mehrheitsverhältnisse wenig ausrichten. Deshalb brauchen wir den Protest der Wählerinnen und Wähler, die scheinen z.B. teilweise die katastrophalen Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2007 für die Konjunktur noch nicht zu realisieren.

Lern-Online.net: Ihre radikalen Reformvorschläge für die Bundesagentur für Arbeit teile ich auch. Ich kenne niemanden, der dort einen richtigen Job gefunden hat und glücklich geworden ist. Wie soll ohne dieses Amt ein Arbeitsloser einen Job ihrer Meinung nach finden durch Internet-Job-Vermittlungen wie monster.de oder stepstone.de?

Dirk Niebel: Aufgrund der letzten Umstrukturierungen durch Hartz III und IV hat die BA ihr Personal noch einmal aufgestockt. Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin hoch und das Angebot an Arbeitsplätzen zu gering. Die Internet-Jobbörsen sind bei der Arbeitsplatzsuche ein ausgezeichnetes Instrument, sie werden aber nicht alle Arbeitgeber und Arbeitsuchenden erreichen können. Wir wollen die BA durch ein Drei-Säulen-Modell ersetzen: eine Versicherungsagentur für das Arbeitslosengeld I, eine Arbeitsmarktagentur für überregionale Aufgaben und die kommunalen Jobcenter. Die persönlichen Anlaufstellen sollen nicht wegfallen, sondern alle Arbeitslosen sollen in kommunalen Jobcentern betreut, beraten und qualifiziert werden.

Lern-Online.net: Thema Studiengebühren: Die FDP findet Studiengebühren eindeutig richtig und notwendig. Nennen Sie mir gute Gründe, warum man ihrer Ansicht nach Studiengebühren verlangen sollte. Ich halte Sie zwar auch für unumgänglich*, jedoch befürchte ich, dass sie wie fast jede staatliche Einnahme falsch ausgegeben wird. Ihr Konzept ist ausgerichtet an nachlaufenden Gebühren habe ich in der Presse gelesen.
Erklären Sie uns bitte ihr System mit einfachen Worten.

Dirk Niebel: Die Hochschulen brauchen wirkliche Autonomie, um wieder an die Spitze zu kommen. Dies gilt für Personal-, Organisations- und Budgetangelegenheiten. Hochschulen sollen sich ihre Studentinnen und Studenten selbst aussuchen können, und umgekehrt sollen die Studentinnen und Studenten die Möglichkeit haben, die für sie beste Universität auszuwählen. Die Hochschulen müssen die Freiheit haben, Studienentgelte zu erheben, um ihr Lehrangebot zu verbessern. Dann stehen die Universitäten im Wettbewerb miteinander. So kann beispielsweise eine Universität mit Standortnachteilen auf Studiengebühren verzichten, um Studenten anzuziehen. Dafür muss ein Stipendien- und Darlehenssystem aufgebaut werden. Darlehen müssen nachlaufend, d.h. erst dann, wenn die ehemaligen Studierenden genug verdienen, zurückgezahlt werden. Für die Liberalen ist es im Sinne der Chancengerechtigkeit ganz wichtig, dass die Grundsicherung des Lebensunterhaltes für Studierende nicht in Frage gestellt wird. Das BAFöG muss weiterentwickelt werden.

Lern-Online.net:“Studieren in Deutschland - Arbeiten im Ausland” - als Medizinstudent würde ich auch solch eine Aussage treffen. Was schlägt die FDP vor, damit die Studenten in Deutschland bleiben und hier ihren Job antreten, wenn sie im Grunde nicht ins Ausland wollen jedoch wegen der politischen Situation bzw. wirtschaftlichen Gründen das Ausland bevor ziehen. Das Studium wird teilweise vom Staat bezahlt und nach dem Abschluss gehen viele ins Ausland und somit werden gute Akademiker auf Staatskosten “outgesourcet” also ins Ausland ausgelagert.

Dirk Niebel: Patienten und Ärzte können aufatmen, dass der zähe Tarifstreit ein Ende gefunden hat. Die Tarifeinigung war dringend nötig, die Betroffenen haben eine faire und akzeptable Lösung gefunden. Erstmals gibt es einen eigenen Ärztetarifvertrag, der die besonderen Anforderungen an Klinikärzte berücksichtigt. Es ist gut, dass die Bereitschaftsdienste nunmehr besser anerkannt und honoriert werden. Die schwarz-rote Bundesregierung muss durch eine grundlegende Gesundheitsreform die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen verbessern. Insbesondere muss der Arztberuf attraktiver werden, damit Ärzte nicht ins Ausland abwandern.

Lern-Online.net: Im September wird in meiner Wahlheimat Berlin gewählt. Die Prognosen sind nicht berauschend für die FDP, was werden die politischen Themen sein, die die FDP im Wahlkampf thematisieren wird und wieviel Prozent ist ihr Ziel?

Dirk Niebel: Das Ziel für die FDP ist Ablösung der rot-roten Regierung und um gestalten zu können, idealerweise die Regierungsbeteiligung im Senat. Unsere Schwerpunkte in Berlin sind wirtschafts-, sozial-, bildungs- und regionale arbeitsmarktpolitische Themen, auch Integrationspolitik und Stadtentwicklung. Die öffentlichen Aufgaben und die Ausgaben müssen konsequent verringert werden. Das Wahlprogramm der Berliner FDP können Sie unter www.fdp-berlin.de nachlesen.

Wir danken ihnen sehr, dass sie sich Zeit genommen haben für unser Interview.
Wenn euch dieses Interview sehr gefällt, kann ich mir vorstellen andere Politiker aus Deutschland, egal welcher Partei, über die Themen Bildung, Arbeit und die Aufgaben in einer Partei weitere Interviews zu führen. Stellt mir Ideen, welche kritischen Fragen man stellen kann und was euch besonders interessiert.

*Update 27.11.06 Seit gut 2 Monaten studiere ich und habe meine Meinung zu Studiengebühren grundsätzlich geändert. Ich bin nun doch gegen die Einführung von Studiengebühren, obwohl ich mich in der Szene momentan gar nicht stark mache. Das Studium kostet genauso wie die Schule auch schon ohne Gebühren jede Menge Geld und Bildung muss der Staat in Deutschland finanzieren, da es nachweislich eher Hochschulabsolventen mehr Lohn beziehen und so mehr Steuern zahlen.

Aktuelles aus der Politik

Zur Zeiten der WM denken sich wohl viele Politiker, dass machen oder sagen zu können, was sie wollen und kaum einer bekommt es mit. Am 16. Juni schrieb die Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland “Exklusiv SPD erwägt Kirchensteuer für Konzerne”. Ich sage nicht, dass seine Argumente Blödsinn sind, jedoch seine Vorschläge, um die Probleme zu bekämpfen ist vollkommener Schmarrn, der seltsamerweise nicht von der CDU bzw. eher der CSU kommt, sondern von einem SPD-Politiker. Armes, armes Deutschland.

Außerdem haben wir seit Beginn der Fußballweltmeisterschaft auch eine neue berühmte Podcasterin aus der Politik - es ist keine geringere als unsere Bundeskanzlerin Angela “Politik 2.0″ Merkel. Ich habe mir natürlich beide Ausgaben der momentanen Podcasts angeschaut und finde sie nicht schlecht gemacht, jedoch halte ich die Idee eines Podcasts für kaum produktiv bzw. innovativ, da es einfach zu viele Ausgaben macht.

6500,- EUR kostet jede Ausgabe des Podcasts, was sicherlich das Geld wert ist von der Arbeit her, jedoch total unnötig, da man dort nichts Neues erwähnt, was man nicht in der Tagesschau aus einer eher unabhängigen Seite hört. Jeder Mensch redet seine Ideen und Errungenschaften gut, jedoch ob sie es wirklich sind, zeigt die Zukunft bzw. die vorherigen Erfahrungen. Gegenüber millionenschweren Steuerverschwendungen sind 6500,- EUR pro Podcasting-Ausgabe natürlich lächerlich und kaum der Rede wert, aber wenn man noch weitere solche trendigen Ideen für Steuerverschwendung kreiert, dann muss man die Mehrwertsteuer auf 20% erhöhen, dann können auch viele Menschen es leichter ausrechnen ;-).

Ich empfehle euch trotzdem allen, das Podcast runterzuladen, damit die Aktion sich rentiert, wobei sie niemals rentabel sein wird, da Politik Ziele nicht von Parteimitgliedern erklärt werden sollen, zumindest nicht hauptsächlich, sondern von parteilosen Menschen, die sich trauen, das zu sagen, was Sache ist und nicht die wahren Probleme verschweigen, weil sie Wählerstimmen nicht verlieren.

Es gibt glücklicherweise auch Menschen, die die Politik ähnlich hart bewerten wie ich: BDI rechnet mit Bundesregierung ab.
Ich hätte mal ein Vorschlag wie man SPD und CDU wirklich ausschreiben sollte:

SPD - Schlechte Politik für Deutschland

CDU - Christlich-Deutsche Unfähigkeit.

Damit will ich natürlich nicht die komplette Teil der beiden großen Volksparteien als schlecht und unfähig deklarieren, sondern bloß die Reformbemühungen und Ergebnisse etliche politischer Entscheidungen kritisieren, die mehr Probleme als Lösungen gebracht hat. Jetzt höre ich besser auf mit meiner politischen Polemik, da die auch keine Besserungen bringt.
Ich bin auf eure Kritik auf meine harten Worte schon gespannt!

UPDATE20. Juni : Wieder einmal ein amüsante Nachricht von der SPD im Spiegel Online: SPD-Finanzexperte nennt Köhler Besserwisser. SPD und Finanzexperte sind für mich sowieso kaum in ein Zusammenhang zu bringen. Links ist das gegenteil von Rechts, oben das von unten und SPD das von …ihr wisst schon ;-). Im Internet nennt man solche Experten Trolle.

Was lässt sich bitteschön bei den Aussagen von Herrn Bundespräsident Horst Köhler bzw. vom Bundesbank-Präsidenten Axel Weber schlechtreden? Sie bringen alles auf den Punkt, was nötig ist und extrem vernachlässigt bzw. nicht beachtet wird.

UPDATE 22. Juni: Heute lese ich wiederrum etwas amüsantes aus der SPD: “SANIERUNGSFALL DEUTSCHLAND” SPD-Politiker empört über Merkel-Äußerung. Natürlich ist Deutschland Exportweltmeister und hat großes Ansehen in der Welt, vor allem jetzt bei der Fußballweltmeisterschaft, jedoch haben Politiker seit dem 1970er Jahren egal aus welcher Partei oder welcher Koalition etliche schwerwiegende Fehler gemacht, die wir auf dem Arbeitsmarkt sehen. Vertrauen in die Politik fällt von Bundeskoalition zu Bundeskoalition, niedrige Wahlbeteiligungen und Negativ Rekorde wie erneute Rekordverschuldung bei neuem Haushalt, kaum bis keine Ausgabenverringerung im Bund und immer noch sehr sehr sehr viele Arbeitslose und etliche Privat-Insolvenzen! DEUTSCHLAND ist definitiv ein Sanierungsfall vor allem in der Politik!

Man muss das Potential, was in den Einwohner des Landes vorhanden ist, nur wecken, fördern und weiterentwickeln.

Laut Wikipedia bedeutet Sanierung in der Wirtschaft: “einen Betrieb sanieren bedeutet, ihn wieder leistungsfähig zu machen, seine finanziellen Verhältnisse aufzubessern oder zu ordnen.”

Finanziell gesehen haben wir einen relativ großen Umsatz, jedoch könnte dies weit größer ausfallen als er momentan ist, vor allem für die Masse der Menschen. Man kann auch einen Exportweltmeister leistungsfähiger machen und seine finanziellen Verhältnisse aufbessern. Man sollte immer ein Fortschrittsgedanken haben und nicht mit dem absolut zufrieden sein, wie es momentan steht, denn Stillstand ist Rückstand.

Studiengebühren - Der Kampf für Bildung

Per Zufall bin ich gerade auf ein sehr interessanten Blog-Eintrag des Master-Studenten Michael Mosel gestoßen. Es ging darum, dass Michael täglich 100 von E-Mail Weiterleitungen vom Landtagsabgeordneten der Hessischen CDU, Klaus Peter Möller bekam und sich natürlich deshalb beschwerte.

Der Mailomat gegen Studiengebühren , der automatisch “ein Protestschreiben an alle hessischen Landtagsabgeordneten der CDU und FDP mit einem Mausklick” erstellt schickte wahrscheinlich viele Mails an Herrn Möller und dieser hatte die Mails an den Marburger AstA-Vorstand sowie auch an private Mailadressen von AstA-Vorstandsmitglieder.

Damit wollte sich der Allgemeiner Studierendenaussschuss der Phillips-Universität Marburg nicht zufrieden geben und hatte Herrn Möller deswegen abgemahnt. Mit seiner Unterschrift muss nun Herr Möller 5.100,- EUR Strafe zahlen für jede weitere Weiterleitung einer Mail.

Der Mailomat ist inzwischen nicht mehr zu erreichen. Diese Geschichte hatte, wie immer, einen große Online-Resonanz auf sich gezogen: Revanche für Studiengebühren-Massenmail.

Zuletzt will ich auf den auf den ProtestBlog: Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen aufmerksam machen.

Eure Meinung zu Studiengebühren und Aktionen dagegen bzw. dafür interessieren uns sehr.

Next Page »