Ein Interview mit dem Gründer von Lernen-mit-Spass.ch

Seit 2000 gibt es die Internetseite www.lernen-mit-spass.ch mit ihren vielen kostenlosen Angeboten für Schüler. “Lern-Online” ist seit über 4 Jahren ein starker Partner von Lernen-mit-Spass und deshalb habe ich vor einigen Tagen ein E-Mail Interview mit dem Webmaster und Gründer Philip Perry aus der Schweiz geführt. Wir kennen uns schon etwas länger und hatten vor paar Jahren eine gemeinsame Nachhilfe-Vermittlung betrieben, wobei Philip der Anbieter und “Lern-Online” der kleine Partner war.

Lernen-mit-Spass Screenshot

Lernen-mit-Spass.ch im Februar 2013

 

Lieber Philip, seit über 6 Jahren ist bereits “Lernen-mit-Spass.ch” online. Seit 2002 wurde es zur ersten richtigen Partnerwebsite von “Lern-Online”. Erzähle uns bitte um was für eine Seite es sich handelt und worin der Mehrwert für die Besucher besteht.

Philip Perry: Unser Ziel ist es Schülern wirklich zu helfen, also langfristig. Deshalb bieten wir keine fixfertigen Lösungen und Schummeltipps an, da dies nur kurzfristig zum Erfolg führt. In unserer Linksammlung (nach Fächern geordnet), bieten wir zahlreiche Webseiten, wo man Material nochmals anschauen kann, falls man die Erklärungen des Lehrers nicht versteht. Auf vielen Webseiten finden sich auch Übungsblätter. Wir haben auch eine Suchmaschine für Schüler entwickelt, damit man schnell eine Webseite zu einem bestimmten Thema findet. Wir bieten auch Online-Übungen an, wo man z.B. das Konjugieren von französischen, englischen und italienischen Verben üben kann. Besonders beliebt ist das Schülerforum, wo man Fragen stellen kann, die beim Lösen der Hausaufgaben auftauchen. Diese werden von anderen Schülern freiwillig beantwortet. Wobei auch hier gilt, nicht bloss die eigentliche Lösung hinzuschreiben, sondern den Lösungsweg aufzuzeigen. Schliesslich bieten wir ein umfassendes Freizeitangebot mit Spielen, Umfragen, Brieffreundschaften, usw.

Wie kamst du auf die Idee von “Lernen-mit-Spass”? Hattest du schon vorher Webseiten erstellt?

Philip Perry: Nein, dies war meine erste Webseite. Aber ich hatte schon vorher programmiert. Ursprünglich war es eigentlich mein Ziel, ein Vokabelprogramm, dass ich am programmieren war, über diese Webseite zu verkaufen. Es kam aber dann ganz anders: Das Programm wurde nie fertig, dafür bekam ich Freude daran, die Webseite weiterzuentwickeln.

Wie viele Menschen arbeiten momentan an “Lernen-mit-Spass.ch”?

Philip Perry: Offiziell sind es mit mir 6 Mitarbeiter, die ihre Freizeit dafür einsetzen. Es gibt manchmal auch andere Leute, die ich für ein bestimmtes Projekt anfrage.

Vor einigen Monaten gab es einen kompletten Design-Wechsel auf “Lernen-mit-Spass”. Warum habt ihr euch dafür entschlossen und wie viel Arbeit hat so ein neues Design in Anspruch genommen?

Philip Perry: Das neue Design ist bereits seit einem Jahr online. Wie viele Stunden es in Anspruch nahm, weiss ich nicht mehr – aber der Aufwand war schon gross. Der Hauptgrund war, dass wir sie übersichtlicher machen wollten. Manchmal schreiben Leute, dass wir ein besseres Design haben sollten. Aber Priorität hat bei uns die Übersichtlichkeit und das schnelle Laden der Webseiten. Design ist sowieso Geschmackssache.

Ich kenne eure Website etwas länger und kann mich noch stark daran erinnern, dass du eine Vision des E-Learnings verfasst hast, worin du die Gründe und Notwendigkeiten geschildert hast, warum man Lernen mit Spass verbinden sollte, um produktiv zu lernen. Warum findet man die heutzutage nicht mehr online?

Philip Perry: Ich bin überrascht, dass du dich noch daran erinnerst! Ich hatte einmal einen Artikel verfasst, wo ich darin beschrieb, dass man in der Schule mehr Praxis haben sollte. Erstens macht dies Spass und zweitens versteht man das Gelernte durch selber ausprobieren auch besser. Aber eigentlich hatte diese Vision wenig mit der Webseite zu tun und war somit überflüssig. Ich hatte leider auch wenig Feedback erhalten.

Was machst du am liebsten in deiner freien Zeit, außer deinem Online-Projekt?

Philip Perry: Also die Webseite nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch! Aber sonst lese ich sehr gerne. Zwischendurch spiele ich
klassische Gitarre. Dann gehe ich gerne auf Fahrrad-Touren und ich freue mich besonders auf die wärmere Jahreszeit, wo ich an (oder in) den Aarefluss gehen kann.

Welche Bücher oder Persönlichkeiten haben dein Leben beeinflußt und warum ?

Philip Perry: Vermutlich verschiedene. Ich lese besonders gerne Biographien, die sind oft sehr inspirierend.

Es gibt immer wieder neue Internetnutzer. Was würdest du jemanden empfehlen, dir eine Idee für eine Lernseite für Jugendliche oder andere Altersgruppen hat?

Philip Perry: Erstens einmal, einfach anfangen! Und dann versuchen herauszuspüren, was den Besuchern gefällt und konstant die
Webseite verbessern.

Was gefällt dir genau an unseren Projekt “Lern-Online” besonders und was würdest du gerne bei uns ändern, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?

Philip Perry: Mir gefällt, dass man zu fast allen Schulfächern etwas findet.
Etwas störend in letzter Zeit ist die viele Werbung – vor lauter Werbung übersieht man beinahe die Inhalte. Auch etwas nervig ist, wenn man auf ein Thema klickt und dann steht “noch keine Inhalte”.

Wikis, Blogs und Podcastings, Soziale Netzwerke, RSS und AJAX-Anwendungen sind momentan im Trend im Web. Was werden neue beliebte Merkmale des webbasierten E-Learnings sein? Was werden in der Zukunft deiner Meinung nach die neuen Trends in E-Learning und werden die Jugendlichen ständig mehr über das Internet lernen?

Philip Perry: Ich kenne die Zukunft leider nicht :-( Aber bereits mit den jetzigen Möglichkeiten, das Internet effektiv für das Lernen zu nutzen, sind viele Schüler überfordert. Wikipedia und Google sind zwar ein Begriff, aber oft denkt man gar nicht daran, diese Hilfsmittel zu benutzen. Auch ist es gar nicht einfach, sich in dieser Informationsflut zu Recht zu finden – dafür gibt es eben Portale wie lernen-mit-spass.ch und lern-online.net!

An dieser Stelle will ich mich nochmals bei Philip für dieses Interview bedanken und wünsche ihm und “Lernen-mit-Spass” viel Erfolg.