Großregion Saar-Lor-Lux und Sibiu/Hermannstadt sind Kulturhauptstadt Europas 2007

Letztes Jahr hat der Lernblog davon berichtet, dass die griechische Hafenstadt Patras als Kulturhauptstadt Europas 2006 von 25 EU-Kulturministern gewählt wurde. In diesem Jahr teilen sich diesen Titel gleich 2 Gebiete: die Region Saar-Lor-Lux samt Großregion und der rumänische Stadt Sibiu/Hermannstadt.

Saar-Lor-Lux und die Großregion

Die Region Saar-Lor-Lux, sie besteht aus den Gebieten

  • Saarland (SAAR) in Deutschland
  • Region Lothringen in Frankreich, auf französisch “Lorraine” (LOR)
  • Großherzogtum Luxemburg (LUX)

Diese multinationale Region hat sich schrittweise zu einer Großregion entwickelt. Diese Großregion besteht aus Luxemburg, Lothringen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Wallonien mit der französischen und deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Diese Großregion wurde insgesamt mit dem Titel der Kulturhauptstadt Europas gewählt, was ein Novum in der Auszeichnung der Kulturhauptstadt ist. Diese Region bietet wegen den verschiedenen nationalen und regionalen Unterschieden eine große kulturelle Vielfalt.

Luxembourg Et Grandregion - Capitale Europeene De La Culture 2007

Den Begriff Saar-Lor-Lux (die Abkürzungen der Orte) wurde 1969 von Dr. Hubertus Rolshoven geprägt. Er ist Gründungspräsident des IRI (“Institut Régional Intracommunautaire”, jetzt “Institut der Großregion”) und Präsident des Saarberges.
Die Region beruht auf die Vereinbaarung zwschen des Großherzogtums Luxemburg, der Französischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland über die Zusammenarbeit in den Grenzgebieten von 6. Oktober 1980 im Dreiländereck.

Die Erweiterung zur Großregion mit dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz und des belgischen Gebiets Wallonien folgte später. Jedoch ist den verschiedenen Körperschaften die Abgrenzung zwischen der Region Saar-Lor-Lux und der Großregion sehr wichtig, wegen den unterschiedlichen Befugnissen und Instrumenten, die das Netzwerk an Gebieten betreiben.

Die Tourismus-Seite des Saarlandes schreibt zum Ereignis:

Das kleinste deutsche Bundesland – das Saarland – bietet im Jahr der Kulturhauptstadt Europas 2007 ein außergewöhnlich reiches Kulturangebot an großen und kleineren Veranstaltungen, grenzüberschreitenden Projekten und den verschiedensten Sparten, wie Musikevents und Festivals, neue und ungewöhnliche Ausstellungen, Film und Bühnenkunst – alle Veranstaltungen spiegeln den unverwechselbaren Charme des Saarlandes und der Großregion wieder.
Entdecken Sie das Saarland und erleben Sie das Jahr der Kulturhauptstadt Europas in der Großregion!

Sibiu/Hermannstadt in Rumänien

Als zweite Kulturhauptstadt Europas 2007 wählte man die rumänische Stadt Sibui. Man nennt sie im Deutschen Hermannstadt. Rumänien ist seit dem 1. Januar 2007 gemeinsam mit Bulgarien neues Mitglied der Europäischen Union (EU). Die Stadt liegt in den Bezirk Sibui im Landesteil Siebenbürgen (Transsilvanien).SIBIU - European Capital of Culture 2007 Logo

Seit jeher hat Sibui den Ruf eines kulturellen und vor allem geistlichen Zentrums in Europa. Der evangelische Bischof der Siebenbürger Sachsen sowie der orthodoxe Metropoplit von Siebenbürgen haben hier ihren Sitz. Gleich drei Konfessionen bilden in Hermannstadt ihre Geistlichen aus, zu denen zählen die Katholiken, die Orthodoxen und die Evangelisch-Lutheraner.

Die allererste Theater und Lichtspielhäuser der Region Siebenbürgen fand in Hermannstadt statt. Bereits 1788 wurde das erste Theater eingerichtet und im März 1898 gab es die erste Filmaufführung.

Wichtige jährlich stattfindene Festivals findet man in Sibui/Hermannstadt, darunter das „Internationale Theaterfestival“ als auch s ein international renommiertes Jazzfestival seit den 70er Jahren. Ab 1995 der Klavier– und Kompositionswettbewerb „Carl-Filtsch-Festival“.
Weiterführunde Informationen zu Saar-Lor-Lux sowie Sibiu/Hermannstadt findet man auf folgenden Seiten:

2008 wird die englische Stadt Liverpool gemeinsam mit der norwegischen Stadt Stavanger zur Kulturhauptstadt Europas 2008 ausgesprochen und wir werden auf jeden Fall auch darüber berichten.

29. Juni 2007     Grischa     Kultur | add to mister wong     kommentieren

Johan Galtung – Ein Gründungsvater der Friedens- und Konfliktforschung

Der mittlerweile 76-Jährige Johan Galtung ist ein norwegischer Professor. Bekannt ist er vor allem als Direktor des internationalen TRANSCEND Netzwerks. Dieses Netzwerk für Frieden und Entwicklung bezeichnet ihre Aufgabe folgendermaßen:Johan Galtung

A Peace and Development Network for Conflict Transformation by Peaceful Means

Zu Deutsch, ein Friedens- und Entwicklungs-Netzwerk für Konfliktüberstreitung durch friedliche Methoden. So gilt Galtung als Begründer der Transcend-Methode (engl: transcend = überstreiten), die die schrittweise Überstreitung von Konflikten beschreibt. Damit die Konfliktparteien die Fähigkeit bekommen, den Sachverhalt objektiv zu beurteilen, brauchen Sie einen fähigen Vermittler, der diese Eigenschaft des objektiven Bildes des Konflikts fördert. Diese Methode gliedert man in drei Phasen: Konfliktgrund lösen, entstandenen Schaden beheben/ausgleichen (falls möglich) und letztendlich die Versöhnung der “Streithähne”.

1959 gründete Johan Galtung in der norwegischen Hauptstadt Oslo das Internationale Friedensforschungsinstitut PRIO (The International Peace Research Institute, Oslo).

Galtung wirkte weltweit in über 40 Konflikten als Vermittler. In Krisengebieten wie den Nordkaukasus, Ecuador, Afghanistan sowie Sri Lanka war er aktiv. Dabei prägte er die Begriffe “strukturelle Gewalt” und “positiver Frieden”. Er war außerdem maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts der “Sozialen Verteidigung” beteiligt.

Soziale Verteidigung steht für eine Alternative zu Krieg und millitärischen Putsch. Der Schwerpunkt liegt bei der Verteidigung der Strukturen der Zivilgesellschaft gegenüber militärischen Übergriffen von einem anderen Land oder Handlungen von Putschisten.

Galtung setzt sich außerdem enorm dafür ein, dass die Vereinten Nationen (UN) demokratischer wird. Die Etablierung eines Weltparlament hat er in vielen Reden und Artikel gefordert.

1987 erhielt er für seine hervorragende Arbeit den alternativen Friedensnobelpreis und 1993 den Gandhi-Preis.

In den 70er Jahren hatte er bereits den Zusammenfall der Sowjet-Union im Jahr 1990 vorhergesagt. Diese Vorhersage traf weniger als ein Jahr früher wirklich zu. Eine ähnliches Szenario prophezeit Galtung den Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA soll 2020 ebenfalls zusammenbrechen!

 

29. Juni 2007     Grischa     Politik | add to mister wong     kommentieren

4 neue postgraduale Studiengänge ab dem Wintersemester 2007/2008

Heute habe ich bereits über den Online-Studiengang “Wissenschaftsmarketing” an der TU Berlin vorgestellt. Dieser kann nur mit einem erfolgreich abgeschlossenen Diplom- bzw. Bachelor-Hochschulabschluss angefangen werden. Diese Studiengänge nennt man auch postgraduale Studiengänge. Im nächsten Wintersemester gibt es an drei Universitäten und einer Fachhochschule ebenfalls neue Studiengänge für Absolventen eines Hochschulstudiums. Diese möchte ich an dieser Stelle vorstellen:

Polymerwissenschaften an der Fachhochschule Gelsenkirchen

Gemeinsam mit der Universität Dortmund bietet die Fachhochschule Gelsenkirchen den Master Studiengang Polymerwissenschaften an. Bisher findet man Informationen auf der Fachhochschul Website, die als Studienort Recklinghausen angeben. Die Regelstudienzeit beträgt 4 Semester . Die Fachhochschule schreibt:

Der Masterstudiengang Polymerwissenschaften will diese Lücke zu schließen versuchen und eröffnet Hochschulabsolventen in Chemie, Materialtechnik und verwandten Studienrichtungen die Möglichkeit, sich entweder direkt nach dem grundständigen Studium oder nach einer Berufsphase für dieses Feld fortzubilden. Der Studiengang lehrt die Physik und Chemie, die Synthese und die Analytik, die Technik und die Produkte von Polymeren. Auf die Absolventen warten nach dem „Master of Science” Positionen mit hoher Entscheidungskompetenz und internationalem Tätigkeitsbereich.

Optics in Science and Technology an der Universität Jena

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena bietet als einzige deutsche Hochschule gemeinsam mit 5 anderen europäischen Hochschulen ab kommenden Herbst den den internationalen Masterstudiengang “Optics in Science and Technology” (OPSITECH) anbieten werden.
Die Universität schreibt:

Er richtet sich an Master-Studierende und Hochschullehrer aus der ganzen Welt, die mit gut dotierten Stipendien der EU gefördert werden können. Dies hat die Europäische Kommission jetzt entschieden und finanziert im Rahmen ihres Exzellenzprogramms “Erasmus Mundus” in den kommenden fünf Jahren bis zu 25 außereuropäische OPSITECH-Stipendiaten mit bis zu 21.000 Euro pro Jahr.

Weitere Informationen zu diesen postgradualen Studiengang findet man in der Mitteilung von der Universität Jena. Das Institut für Angewandte Optik, FSU Jena bietet weitere Informationen zum Thema.

Deutsche und Französische Philosophie in Europa (EuroPhilo) an der Universität Luxemburg

Die Universität Luxemburg bietet in Kooperation mit den Universitäten Münche, Bochum und Wuppertal den Studiengang “Master Mundus “German and French Philosophy in the European Context”. Auf der Informationsseite zu diesen Studiengang heißt es unter anderem:

Das europäische Master-Mundus-Programm “Deutsche und Französische Philosophie in Europa (EuroPhilo)” bietet für exzellente Studierende aus aller Welt einen zwejährigen Studiengang an, der auf höchstem pädagogischen und wissenschaftlichen Niveau auf die deutsche und französische Philosophie und ihre gegenseitigen Einflüsse spezialisiert ist. Die in einem streng selektiven Verfahren ausgewählten Studentinnen und Studenten werden während der vier Semester auf drei der sieben Universitäten des Konsortiums verteilt, wobei 13 außer-europäischen Studenten ein jährliches Stipendium von 21 000 Euro und 13 europäischen Studenten ein Erasmus-Sokrates-Stipendium gewährt wird.

Weitere Informationen könnt ihr auf der Universitätsseite zum Studienfach in deutsch, englisch und französisch nachlesen.

Medizinrecht an der Universität Düsseldorf

Wichtige Teile der Medizin werden heutzutage durch ein komplexes System von Rechtsnormen bestimmt. Deshalb ist das Medizinrecht in den vergangenen Jahren zu einen eigenständigen rechtlichen Disziplin herangewachsen.
Die juristische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat deshalb das eines einjährigen Weiterbildungsstudiengang entwickelt. Das Institut für Rechtsfragen der Medizin bietet daher ab den kommenden Wintersemster 2007/08 den Masterstudiengang Medizinrecht (MedR LL.M.). Ein vergleichbaren Weiterbildungsstudiengang bietet derzeit in Deutschland nur die Dresden International University.

Die Universität schreibt unter anderem:

Die praxisorientierte Ausgestaltung des LL.M. Programms vermittelt den Absolventen umfassende fachliche Kenntnisse und berufsspezifische Fähigkeiten, die sie in die Lage versetzen, den Anforderungen eines Juristen im gesamten Bereich des Medizinrechts gerecht zu werden. Die Breite der Ausbildung spiegelt sich in der Auswahl der Lehrenden wieder. So konnten als Dozenten nicht nur die Professoren der Juristischen Fakultät, sondern auch viele ausgewiesene Fachleute aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern gewonnen werden. Um die besondere Qualität der Ausbildung zu sichern, ist der Studiengang auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt.

Weitere Informationen findet man auf Studiengang-Medizinrecht.de, sowie auf der Institut Website.

28. Juni 2007     Grischa     Hochschule, Studium | add to mister wong     2 Kommentare

Wissenschaftsmarketing an der TU Berlin als Online-Studiengang im Blended Learning-Format

An der TU Berlin bietet man ab dem kommenden Wintersemester 2007/ 2008 den bundesweit ersten Master-StudiengangWissenschaftsmarketing TU Berlin “Wissenschaftsmarketing” auch im Blended Learning-Format an. Blended Learning bezeichnet integriertes Lernen, das die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und dem E-Learning kombiniert. Dieses Studium wird berufsbegleitend über vier Semester als Kombination aus Online-Lernphasen mit so genannten Teletutoren, Studienbriefen und Präsenzphasen angeboten. Der Student hat insgesamt acht Module, die jeweils mit einer Präsenzphase beginnen.

Das man durch ein Internet-Zugang jederzeit und nahezu überall studieren kann, müsste jeden normalen Studenten in Deutschland langsam klar geworden sein, aber dennnoch wirbt die Hochschule mit den Worten: “uneingeschränkten bundesweiten Studierbarkeit” sowie einen Verweis auf dem Privileg, dies vom eigenen Schreibtisch aus tun zu können. Es geht nämlich um das Zusatznutzen gegenüber dem Präsenzstudiengang.

Dieses Studium soll den Studenten für den Einsatz in der Öffentlichkeitarbeit, im Marketing im Management von Forschungsinstitute und wissenschaftlichen Einrichtungen qualifizieren. Wenn man das Online-Studium erfolgreich durchläuft erhält man, als Absolvent, den internationalen Titel “Master of Science”.

Die Technische Universität Berlin gibt an, dass der Arbeitsumfang identisch mit den Präsenzstudiengang ist. Man muss allerdings 450,- EUR Studiengebühren pro Monat bezahlen, das entspricht 2700,- EUR pro Semester bzw. 10.800,- EUR Gesamtkosten. Man muss dazu sagen, dass momentan es an Berliner Hochschulen keine Studiengebühren gibt. Man kann sich ab sofort für diesesn Online-Studiengang “Wissenschaftsmarketing” bewerben, die Zulassungsvorrassetzungen und ein Anmeldeformular zum Ausdrucken findet man auf Anmeldung & Zulassung.

Weitere Informationen zum Thema findet ihr auf:

Online-Master Wissenschaftsmarketing der TU Berlin Servicegesellschaft mbH: Kurzbeschreibung, Zielgruppe & Berufsbild, Module & Dozenten, Blended-Learning-Format, Die Lernplattform, Anmeldung & Zulassung, Kontak & Impressum

Fakultät VIII Wirtschaft & Management – Diese übernimmt die Durchführung des Studiengangs

Blended-Learning in der deutschen Wikipedia mit schönen Anwendungsgrafik.

28. Juni 2007     Grischa     Blended-Learning, E-Learning, Hochschule, Studium | add to mister wong     1 Kommentar

Inder statt Kinder? – Vereinfachung des Zuwanderung für Fachkräfte

Im Jahr 2000 stand Deutschland vor dem Problem zu wenig IT-Spitzenkräfte im eigenen Land zu finden, daher hatte die Koalition von Sozialdemokraten und Grünen von August 2002 bis Ende 2004 die Greencard ins Leben gerufen. Es ist die Kurzform vom „Sofortprogramm zur Deckung des IT-Fachkräftebedarfs“. 2005 wurde das Programm durch das neue Zuwanderungsgesetz ersetzt. So wurden bisher 17.931 Experten, die nicht aus der EU bzw. der Schweiz für maximal 5 Jahre nach Deutschland geholt. Von den Wirtschaftsvertretern begrüsst, nicht jedoch von der damaligen Oppositionsführer CDU.

Es gab damals gegen dieses Programm eine berühmte rechtspopulistische Äußerungen vom CDU-Politiker Jürgen Rüttgers (heute Ministerpräsident von NRW) mit dem Motto:

“Kinder statt Inder”

Diese wiederrum ähnelte stark an den Kölner NPD-Aufmarsch im Mai 1999, als die NS-Kameraden unter anderem sangen:

Ob wir zeugen deutsche Kinder oder adoptieren Inder”…

Heute gibt es wieder eine Diskussion auf Bundesebene über die Vereinfachung des Zuwanderunggesetzes für Fachkräfte, weil heute ein Berufsanfänger oder eine hochqualifizierte Spitzernkraft aus dem Ausland, nur ein Arbeitsplatz in Deutschland erhalten dürfen, wenn sie einen Jahresgehalt von 85.000 EUR vorweisen können.

Nun ist die Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) für eine Senkung des Grenzgehalts und heute kritisiert Ulla Burchardt, Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses (SPD) kritisiert die Haltung der Bildungsministerin.

Ein aktueller OECD-Bericht (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hatte Deutschland dazu bewegt das Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte zu vereinfachen.

Die SPD versteht einfach nicht, das deutsche Unternehmen im weltweiten Wettbewerb stehen und nicht “einfach so” in den letzten Jahren oder – Jahrzehnten es verschlafen hätten durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ihre Mitarbeiter fördern konnten.

27. Juni 2007     Grischa     Politik, Wirtschaft | add to mister wong     kommentieren

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