von Nadine am Di, 27.Jun 2006, 20:26
so, eigentlich müsste es mittlerweile bei dir angekommen sein. aber vorsichtshalber hier noch mal im forum. zwar jetzt nicht gerade schön, denke aber es erfüllt dennoch seinen zweck.
DER KONJUNKTIV
Die modale Grundform sprachlicher Äußerungen ist der Indikativ.
Beispiele:
Der Zug fährt 8.15 Uhr ab. Wir hatten rechtzeitig Platzkarten bestellt. Der Zug
wird zusätzlich eingesetzt.
Die Konjunktivformen werden unterschieden nach Konjunktiv I und Konjunktiv II.
Zum Konjunktiv I gehören: der Konjunktiv des Präsens, des Perfekts und des Futur I.
Zum Konjunktiv II gehören: der Konjunktiv des Präteritums, des Plusquamperfekts (und des Futur II).
Die Konjunktivformen bezeichnen meist das Verhältnis des Sprechers zu seiner Aussage. Mit Hilfe des Konjunktivs II kann man etwas als nur vorgestellt oder gedacht kennzeichnen.
Beispiele:
Wäre ich doch rechtzeitig von zu Hause weggegangen!
Wenn die Spieler ihre Kräfte besser eingeteilt hätten, wäre das Spiel noch zu gewinnen gewesen.
Das hätte er sich doch denken können.
Kämest du ein wenig früher, würden wir die Arbeit bis zum Abend schaffen.
Zur Bildung des Konjunktivs von „haben“
Indikativ Konjunktiv 11
Präteritum Präteritum Plusquamperfekt
ich hattedu hattester hattewir hattenihr hattetsie hatten ich hättedu hättester hättewir hättenihr hättet sie hätten ich hätte gehabt du hättest gehabt usw.
Zur Bildung der Konjunktivformen von „sein"
Indikativ Konjunktiv 11
Präteritum / Präteritum Präteritum / Präteritum Plusquamperfekt
ich war du warst er war wir waren ihr wart sie waren ich wäre du wärest er wärewir waren ihr wäret sie wären ich wäre gewesen du wärest gewesenusw.
Konjunktivformen der Modalverben
Präsens ich könne, müsse, dürfe, möge, solle, wolle
Präteritum ich könnte, müsste, dürfte, möchte, sollte, wollte
Konjunktivformen einiger gebräuchlicher starker Verben
Präsens ich gehe, komme, rufe, singe, helfeer gehe, komme, rufe, singe, helfe
Präteritum ich ginge, käme, riefe, sänge, hälfe er ginge, käme, riefe, sänge, hälfe
Merke:
Falls das Verb einen umlautfähigen Stammlaut aufweist, hat der Konjunktiv II (des Präteritums, des Plusquamperfekts) Umlaut.
Der Konjunktiv Präteritums der schwach gebeugten Verben unterscheidet sich nicht von den Indikativformen des Präteritums.
Der Konjunktiv II wird häufig durch eine Form von würde und eine infinite Verbform umschrieben.
Beispiel:
Er würde uns gern bei der Arbeit helfen.
Statt : Er hälfe uns gern bei der Arbeit.
Merke:
Die Konjunktivformen des Präteritums haben keine Vergangenheitsbedeutung.
Beispiel:
Ich ginge lieber auf den Sportplatz anstatt ins Kino.
Während der Indikativ die modale Grundform sprachlicher Äußerungen darstellt, hat der Konjunktiv eine Reihe besonderer Aufgaben zu erfüllen.
Der Konjunktiv I kann eine Bitte, einen Wunsch oder eine Aufforderung ausdrücken.
Beispiele:
Es lebe der Sozialismus!
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!
Es komme, wie es wolle, wir werden es doch schaffen!
Der Konjunktiv I ist die Aussageweise der indirekten Rede.
Beispiele:
Er sagte mir, dass er alles getan habe, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Mein Freund behauptete, er sei rechtzeitig von zu Hause weggegangen.
Beachte:
Unterscheidet sich der Konjunktiv I nicht vom Indikativ, so steht in der indirekten Rede häufig der Konjunktiv II.
Beispiel:
Sage ihm, daß ich alles getan hätte.
Die Aussageweise wird oft auch als Mittel verwendet, die Beziehungen des Sprechers zum Inhalt der indirekten Rede auszudrücken.
Beispiele:
Er sagte mir, Monika ist krank. (Der Sprecher ist von der Richtigkeit der Aussage überzeugt.)
Er sagte mir, Monika sei krank. (Der Sprecher enthält sich einer Stellungnahme.)
Er sagte mir, Monika wäre krank. (Der Sprecher bezweifelt die Richtigkeit der Aussage.)