Ich muss gleich nach den Ferien eine Rede im Fach Deutsch halten. Das Thema ist uns freigestellt.
Bitte mal das Redekonzept bewerten/ändern. Auch hinsichtlich des Anfangs und des Ende, das gefällt mir iwie nicht.
Vielen Dank an alle, die sich die Mühe machen, das mal durchzulesen und mir zu helfen.
Hier meine Rede:
Guten Morgen meine verehrten Mitschüler und Mitschülerinnen Guten Morgen Frau xy.
Nun ich habe mir Gedanken gemacht, über welches Thema ich eine Rede halten soll. Verschiedene Themen sind mir dazu eingefallen. Letztendlich hab ich mich für das Thema Ganztagsschule entschieden. Ein Thema, das schon mehreren Jahre diskutiert wird. Letztendlich hat das schlechte Abschneiden deutscher Schüler im internationalen Vergleich, also der Pisastudie dazugeführt, diese Diskussion wieder zu führen. Denn diese Studie hat eindeutig gezeigt, dass die Schüler anderer Länder, wie Finnland, Japan u.s.w. in Ganztagsschulen unterrichtet werden. Also kommt man zu dem logischen Schluss, dass diese Schüler besser sind, als in Deutschland, wo das dreigliedrige Schulsystem besteht.
Uns so langsam wurden und werden nun auch Konzepte entwickelt und umgesetzt. Ich selbst war bisher auf keiner Ganztagsschule und trotzdem habe ich dieses Thema gewählt, auch wenn ich keine eigenen Erfahrungen hier einbringen oder darlegen kann.
Das Ziel war und ist klar: Insbesondere Migrantenkinder und Kinder aus „bildungsfernen“ Elternhäusern sollen über die üblichen vier bis sechs Unterrichtsstunden hinaus gefördert werden, um ihre Bildungschancen zu verbessern. Dazu hat der Bund den Ländern im Jahr 2002 4 Milliarden Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen in Aussicht gestellt.
Der Großteil dieser Schulen liegt – wie vom Bund gewünscht – in den so genannten sozialen Brennpunktgebieten. Dennoch ist noch nicht klar, ob man tatsächlich die Kinder erreicht, für die die Schulen in erster Linie gedacht sind. So gibt’s es in unserem Kreisgebiet zwar eine pädagogische Mittagsbetreuung, aber z.Zt. nicht eine einzige Ganztagsschule.
Was spricht also dafür?
Wie meine Recherchen ergeben haben, werden die Hausaufgaben zumindest größtenteils noch in der Schule erledigt. Dies ist allerdings von Schule zu Schule auch immer unterschiedlich. Deshalb hat man direkt nach der Schule mehr Freizeit, aber auch nur dann, wenn man sich nicht noch auf Klassenarbeiten und so weiter vorbereiten muss.
Ein großer Pluspunkt ist auch: Man hat Hilfe von Lehrern, wenn man bei den Hausaufgaben gar nicht mehr weiter weiß, die Eltern müssen nicht so viel helfen und es kommt wegen der Hausaufgaben nicht mehr so oft zu Stress zwischen Eltern/Kind.
Dies ist vor allem für Schülerinnen und Schüler, die zu Hause ganz auf sich allein gestellt sind, weil die Eltern entweder arbeiten, oder sich mit den Hausaufgaben überhaupt nicht beschäftigen wollen oder können ein großer Vorteil.
In Ganztagsschulen gibt es grundsätzlich warmes Mittagessen. Dieses muss zwar von den Eltern bzw. Schülern bezahlt werden. Aber viele Schülerinnen und Schüler, dies betrifft glaub ich vor allem die städtischen Regionen, würden sonst zu Hause erstmalig vielleicht abends, wenn überhaupt, eine warme Mahlzeit erhalten.
Es gibt festgelegte Lernzeiten auch für die Hausaufgaben - durch das systematischere Erledigen der Hausaufgaben kommt man nicht so leicht auf die Idee, sie gar nicht zu machen.
- Der Abend ist auch wirklich Feierabend - für Kinder und Eltern - und diese Freizeit kann dann stärker genossen werden. Dies kommt dann wiederum der ganzen Familie zugute.
- Häufig werden in den Nachmittagsstunden an Ganztagsschulen noch Arbeitsgemeinschaften von Lehrern angeboten und Lehrer und Schüler lernen sich ein bisschen besser kennen. Dadurch kann das Verständnis füreinander wachsen und Lehrer und Schüler werden im Idealfall wieder, wie es ja eigentlich gedacht ist, ein Team; und nicht Gegner.
- Unsoziale Verhaltensweisen fallen in der längeren Mittagspause eher auf und es ist ein bisschen mehr Zeit für die Lehrer, das zu thematisieren als in den Lehrplangebundenen Unterrichtsstunden - an viel zu vielen Schulen wird zu sehr weggesehen, wenn ein Schüler gehänselt wird und das können sich die Lehrer einer Ganztagsschule nicht leisten, weil sonst in der Freizeitgestaltung am Nachmittag pures Chaos ausbrechen würde.
Was spricht gegen eine Ganztagsschule?
Unumstritten ist die Ganstagsschule keinesfalls. Der größte Teil der Erziehung wird den Eltern quasi weggenommen und auf die Lehrer übertragen. Das heißt, dass den Eltern weniger Zeit bleibt, ihre Kinder zu erziehen. Und umgekehrt, dass die Lehrer die Chance oder die Möglichkeit erhalten, die Schüler so zu erziehen, wie sie es gerne hätten. Das muss und kann sicher nicht im Interesse aller Eltern liegen. Vor allem bei Migrantenschülern wird dies zu einem Problem werden.
- Wenn der Unterricht länger dauert als an anderen Schulen und außer einer Hausaufgabenbetreuung auch nachmittags noch Unterricht stattfindet, sind damit manche Schüler überfordert, weil es zu anstrengend ist. Die Noten in den Fächern, die nachmittags unterrichtet werden, könnten schlechter werden.
- Manche Schüler brauchen mittags eine längere Pause - und zwar eine, in der sie sich zurückziehen können, alleine sein. Das ist in einer Ganztagsschule nicht möglich - der Tag wird dadurch anstrengender.
- die Möglichkeit der Schüler, sich nachmittags statt mit Hausaufgaben eher mit Computerspielen, Fernsehen etc. befassen, wird zwar eingeschränkt, aber dies lässt sich auch problemlos in den Abendstunden nachholen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Finanzierung. Schulen kosten Geld. Ganztagsschulen kosten noch mehr. Die Lehrer müssen anders bezahlt werden. Die Heizkosten steigen. Es besteht die Gefahr, dass für die Öffentlichkeit die Illusion entsteht, Deutschlands Schüler würden fleißig lernen, während sie im Grunde nur den Eltern abgenommen und unter offizielle Aufsicht gestellt werden.
Das heißt, dass es auf den einzelnen Schüler ankommt. Wenn ein Schüler mittags keine richtige Erholungspause zum Alleine sein braucht, ist eine Ganztagsschule vielleicht wirklich das Richtige, gerade, wenn er sonst ganz alleine Zuhause wäre. Aber genau, wie ein altsprachliches Gymnasium nicht für jeden das Richtige ist, ist auch eine Ganztagsschule nicht für jeden das Richtige.
Ganztagsschulen mögen für einige die Möglichkeit bieten, der Langeweile zu entkommen. Sie lösen aber weder den gesellschaftlichen Misstand, noch sind sie Garant für bessere Schulleistungen, auch wenn das in einigen anderen Ländern danach aussieht. Aber man kann nicht in jeder Hinsicht alle Länder miteinander vergleichen, die gesellschaftlichen Sturkuren sind dafür viel zu unterschiedlich.
Ganztagsschulen bieten dem Staat eine große Möglichkeit der Einflussnahme, der sogar gefährlich werden kann. Um wirklich etwas zu ändern, muss viel mehr Anreiz geschaffen werden, sich für den Erwerb von Wissen mehr zu interessieren. Damit könnten sowohl das Problem der Langeweile als auch jenes des mangelnden Wissens gelöst werden.
Und natürlich kann ein so ehrgeiziges Modell wie eine Ganztagsschule nur funktionieren, wenn die Pädagogen sich auch wirklich als solche verstehen.
Mein Fazit ist, dass zur funktionierenden Ganztagsschule sowohl die Schüler als auch die Lehrer passen müssen.
