Vertrauen ist gut, Videoüberwachung ist besser?

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Der Spiegel Online schreibt gestern von “Boom der Videoüberwachung” und meint damit die starke Nachfrage von Behörden, Kreditinstituten und Verkehrsmittel. In den Artikel steht, das wir Deutsche uns an diese Flut an Überwachungskameras noch nicht richtig gewöhnt haben, obwohl die Polizei und sicherlich auch andere Nutzer dieser Technik viele Erfolge auf Kosten einer sehr eingeschränkten Privatsphäre haben. Dürfen Menschen in der Öffentlichkeit wie in Verkehrsmitteln, “besonderen” öffentlichen Plätzen oder auch öffentlichen Gebäuden wie Universitäten keine Privatsphäre haben, da sie a) stehlen b) zerstören und c) weitere Verbrechen behehen. Eins ist sicher, das in U-Bahnhöfen viele Überwachungskameras stehen, macht diese Räume für die Fahrgäste und besonders für die weiblichen Fahrgäste auf keinen Fall sicher, ein oft (besonders nachts) menschenleerer Bahnhof und viele Kameras um dich rum sorgt einfach nur für Kontrolle, aber niemals für Sicherheit – womöglich ist das sogar so beachsichtigt, aber will man wirklich die Leute mehr kontrollieren,als ihnen Sicherheit geben – die Polizei würde es wohl anders machen,aber sie ist auch kein Unternehmen, die Beschädigungen beseitigen müsse, jedoch muss Kontrolle weniger wichtig sein als Sicherheit und dafür gibt es eindeutig immernoch viel zu wenige Sicherheitsteams, die sich in den sehr späten Stunden an den stadtbekannten Problemgebieten zu finden sind.

Zurück zum eigentlichen Thema Videoüberwachung: Im Artikel des Spiegels steht, das die Weltmeister in Videoüberwachung womöglich Großbritannien in ihrer “Überwachungsgesellschaft” mit mehr als sageundschreibe 4,2 Millionen Überwachungskameras, das sind ca. 14 Einwohner pro Kamera. Die neuste Erfindung sind nicht nur bildaufzeichnende Kameras sondern sprechende Kameras, bei denen der der Beobachter den Beobachten direkt auf seine Vergehn wie Müll falsch entsorgen, Wände beschmieren oder Leute belästigen hingewiesen werden soll. Die Meldungen sollen von Kindern gesprochen werden hieß es im Artikel. Wenigstens ist NOCH der Hamburger Quartiersmanager will er so etwas auf keinen Fall “ausprobieren”.

Wenigstens gibt es einige Aktionen gegen die ich nenne es mal vorsichtig “totale” öffentliche Überwachung, die immer und immer mehr Einzug in der öffentliche Leben in Kraft tritt. Da kommt mir schnell der Gedanke an George Orwells Bestseller Roman “1984″* – in dem er schon 1949 von der Utopie beschreibt, wo es massenhaft Teleschirme/Televisoren gibt, die die Menschen kontrollieren – und zwar sogar teilweise in der eigenen Wohung – sicherlich kann man dies noch nicht mit der heutigen Realität vergleichen, aber dies ist ja bekanntlich erst der Anfang und man wird nach jedem Anschlag oder Sicherheitsproblem gleich 10 neue Kameras, die sich in alle richtigen drehen können installieren, wenn die Überwachungslobby es denn so will. Auf perspektive 89 wird der Überwachungswahn am Beispiel London sehr gut und ausführlich mit Pro- und Contra-Argumenten,Studien und Erkenntnissen dokumentiert.

Aktionen gegen die starke Überwachung sind beispielsweise:

Leipziger Kamera Initiative gegen Überwachung

Bürgerverein St. Georg, der gemeinsam mit Geschäftsleuten und Anwohnern die Initiative “Kultur statt Kameras”

Update: Mein Titel ist wohl gar nicht so neu, den bereits im letzten Jahr schrieb der Industrieanzeiger genau diesen Titel in einen Artikel, jedoch hat er ihn eher positiv gewertet und natürlich ohne Fragezeichen.

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About Grischa

Grischa hat im Dezember 2005 diesen Lernblog gestartet. Er studierte Wirtschaftsinformatik und leitet das Projekt Lern-Online.net seit Mai 2002. Das Ziel von Lern-Online.net ist Schülern und Studenten Wissen verständlich zu erklären, kostenfrei anbieten und übersichtlich gliedern.

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