PROMI – Promovieren mit Behinderung

Es gibt ein neues Projekt der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung, das durchaus eine Erwähnung wert ist. Es nennt sich PROMI  – Promotion inklusive und richtet sich an Akademiker und Akademikerinnen mit einem Universitätsabschluss in Deutschland, die es aufgrund ihrer Behinderung sonst schwer haben, eine Promotionsstele zu finden. Das Doktorandenprogramm soll vor allem Menschen aus der Arbeitslosigkeit holen. Daher ist eine zwingende Vorgabe die Meldung bei der Arbeitsagentur als „arbeitssuchend“ oder „arbeitslos“.

Bei PROMI handelt es sich um ein Modellprojekt. Dabei sollen in den Jahren 2013 bis 2015 jedes Jahr 15 neue Promotionsstellen zusätzlich geschaffen werden. Initiiert wurde das Ganze von der Universität zu Köln und von der Iniative UnternehmerTUM. 14 Universitäten sollen mit an Bord sein, wobei nur die folgenden vier bislang tatsächlich Bereitschaft gezeigt haben, schwerbehinderte Promoventen aufzunehmen:

  • Universität Hamburg
  • Humboldt-Universität Berlin
  • Technische Universität Dresden
  • Universität zu Köln

Ablauf der Bewerbung

Spricht man mit den Verantworlichen des ZAV, so erfolgt die Bewerbung direkt bei ihnen. Die Bewerbungsunterlagen werden gesammelt und dann an die Verantwortlichen für Schwerbehindertenangelegenheiten der Universitäten weitergeleitet. Dabei sollten Bewerber sich vorher die Lehrstühle der jeweiligen Universitäten angucken und geeignete in der Bewerbung erwähnen.

Geht es nach den Vorstellungen der Universitäten, hat der Ablauf wie bei nicht-behinderten Akademikern zu erfolgen:

  1. Der zukünftige Promovent sucht sich einen Doktorvater
  2. Er schlägt ihm Promotionsthemen vor
  3. Erst hiernach wird das ZAV eingeschaltet

Vorteil für die Universitäten

Der Vorteil für die Universitäten ist, dass sie für drei Jahre einen Doktoranden bei sich sitzen haben, dessen halbe Stelle zu 70 oder 100% (hier wurden unterschiedliche Angaben gemacht) gefördert ist. Der Lehrstuhlinhaber hat somit einen forschenden Mitarbeiter, dessen Gehalt er nicht bzw. nur zu einem geringen Teil selbst aus seinem Budget decken muss.

Dennoch scheint das Angebot nicht besonders attraktiv für die Universitäten zu sein. Denn je nach Fachrichtung erwarten Lehrstühle eine Tätigkeit am Institut von fünf Jahren. Da die Doktorandenstelle jedoch nur für drei Jahre gefördert wird, müsste der Rest aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Zudem herrscht wohl die Ungewissheit über den Grad der Behinderung der Bewerber.

Nähere Informationen

Nähere Informationen gibt es beim

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung
Arbeitgeberservice Schwerbehinderte Akademiker
Villemombler Str. 76
53123 Bonn
Telefon: 0228 – 7131375
Fax: 0228 – 7132701375
E-Mail: [email protected]

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