Schüler digitalisieren ihren Schulalltag mit eigener App

Man sagt in Deutschland hat man die Digitalisierung verschlafen. Das gilt nicht für einige Schülerinnen und Schüler des St.-Leonhard-Gymnasiums in Aachen. Sie programmierten eine mobile App für Android Geräte namens LeoApp. Schüler digitalisieren ihren Schulalltag selber und sind nicht auf die großen Player wie Apple, Google, Facebook oder Amazon abhängig. Ich will ich in diesen Artikel ihre App vorstellen.

Aachener Schüler digitalisieren ihren Schulalltag

In einem Informatik-Kurs entwickelten Schüler an der St.-Leonhard-Gymnasium in Aachen ihre eigene Schulapp. Diese wurde nach eigenen Bedürfnissen gestaltet. Dadurch wurde ihre Schule in Eigenregie digitalisiert.

Startbildschirm beim ersten Start der LeoApp

Startbildschirm beim ersten Start der LeoApp

Die App hat sich zum Ziel gesetzt den Schul-Alltag von Schülern, aber auch Lehrern zu erleichtern. Dabei wurde das Papier von schwarzen Brettern und auch von der Mensa entfernt, da alle Informationen in der App eingetragen werden.

Funktionen der LEO-App

Für Schüler bietet die App in erste Linie einen digitalen Stundenplan, wo alle Kurse und Klausuren eingetragen werden können. Diese Pläne sind persönlich angepasst, weshalb sie sehr individuell für jeden Schüler nutzbar sind.

Beim Start sieht man in 8 Einführungskarten, was diese App den Nutzer bietet. Unter den vierten Punkt wird gezeigt, wie der Stundenplan und die nächsten Klausuren nur noch 2 Klicks entfernt sind. Es wird als Überschrift hier der markante Spruch: „Alles in einer App“  genutzt.

Man kann auch Umfragen erstellen, die anonym die Ansichten von Schülern belegen sollen. Dabei wird auf die Vernunft der User Wert drauf gelegt, jedoch wird auch darauf hingewiesen, Autoren zu schließen, wenn man einen Missbrauch beobachtet. Dabei können Schüler, Schülervertreter und Lehrer einfach die Zustände vom Mensa-Essen bewerten. Zudem kann man auch projektbezogene Meinungsumfragen mit der Umfrage-Funktion durchführen.

Bei dem Stimmungsbarometer können Schüler täglich ihre Stimmung mit verschiedenen Smileys angeben können. Wenn die Lehrer es wollen, können sie bei Bedarf zusätzliche Fragen im Stimmungsbarometer einbauen, um die Zufriedenheit der Schüler besser auswerten zu können.

Essensbons per QR-Code als App-Feature

Man kann die App auch für Essensbons im QR-Code nutzen. Dieser enhält die Informationen über das zuvor ausgewählte Menü. Dafür zeigt man seinen digitalen Essensbon dem Mensapersonal und man erhält danach sein Essen.  QR steht für quick response, zu Deutsch ’schnelle Antwort‘. Es ist ein zweidimensionaler Code. Seitdem 1994 die japanische Firma Denso Wave dieses Verfahren entwickelt hat und durch automatische Fehlerkorrekturen wird es immer verbreiteter und arbeitet dabei sehr robust. Dieser QR-Code wird einfach vom den Mitarbeitern an der Essensausgabe gescannt.

Digitaler Essensbon macht den Papierausdruck überflüssig

Digitaler Essensbon macht den Papierausdruck überflüssig

Damit wurde ein benötigter Ausdruck bei der Essensausgabe gespart und somit Papier. Ein digitales schwarzes Brett wird für die Aushänge genutzt, für Schulveranstaltungen oder anderen wichtigen schulischen Nachrichten. Bei diesen Ankündigungen der Schule wurde früher auch Papier verwendet, welches man heute sparen kann.

Messenger kommt in einer späteren Version

Schüler digitalisieren ihren Schulalltag mit einer verbesserten Kommunikation

Verbesserte Kommunikation mit der LeoApp

Wegen Startschwierigkeiten ist de App interne Messenger in der aktuellen Version noch nicht verfügbar.

Man arbeitet daran in den nächsten Updates das Kommunikationsmittel in der App in vollen Umfang zu Verfügung zu stellen. Der Messenger wird für eine verschlüsselte und somit datenschutzkonforme Kommunikation innerhalb der LeoApp sorgen. Alle Daten und Kommunikationswege bleiben auf deutschen Servern. Es wird auch eine Funktion für das Versenden von Bildern geben. Den Messenger will man auch für andere deutsche Schulen in ihrer Planung zu Verfügung stellen, da man sich hier 100% auf Recht und Gesetz hält und keine Datenschutzprobleme für die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern befürchten muss.

Der Messenger soll dabei nur schulintern funktionieren und verschlüsselt die Nachrichten übermitteln.

Freistundenfinder für Lehrer

Im sogenannten Freistundenfinder können Lehrkräfte gemeinsame freie Stunden für Besprechungen finden können. Diese eingebaute Funktion sollen vor allem auch für die Lehrer, die nicht zu den IT-Intessierten zählen, diese Art von Digitalisierung im Schulalltag nutzbar machen können.

Beim Schülerwettbewerb DIGIYOU wurde die LeoApp vom Gymnasium St. Leonhard in Aaachen bei der Abschlussveranstaltung am 1. März 2018 zu einen der drei Gewinner gewählt.

Keine Apple MacOS bzw. iOS-Version erhältlich

Die LeoApp ist nur für das Android Betriebssystem verfügbar. Damit kann man es auf keinen iPhone oder iPad nutzen. Es ist außerdem auch keine iOS-Version in Planung. Es soll für iOS Nutzer eine webbasierte Lösung entstehen. Dadurch soll man die Funktionen und Vorteile von der LeoApp im Browser mit Apples mobilen Geräten nutzen können.

Der Informatiklehrer und Projektbetreuer Boris Meltzow hatte diesen Schritt auch erklärt. Apple setzt für das Veröffentlichen und Erstellen einer App einen Developer-Account vorraus. Dieses Entwickler Konto ist gebührenpflichtig. Es kostet einen jährlichen Beitrag von 100,- EUR, wobei bei Google die Kosten bei einmaligen 25,- EUR betragen und so leichter von einer Schule finanziert werden kann.

Es gibt eine Menge toller Apps für Schüler. Im  März 2013 hatte ich euch  SchreibHero – Die Rechtschreib-App vorgestellt und bald werde ich euch über eine weitere SchülerApp hier in Lernblog berichten.

Anmeldung und Nutzung nur für Schüler und Lehrer des St. Leonhard Gymnasium möglich

Ich hatte mir die App auch heruntergeladen und installiert. In Schritt 7 von der Enführung wird gebeten sich mit Benutzername und Passwort zu verifizieren. Diese Daten erhalten jedoch nur Schüler und Lehrer vom Aachener St. Leonhard Gymnasium. Man nutzt dafür die Zugangsdaten für den Schulaccount, der scheinbar bereits existiert. Somit ist eine anonyme Erstellung von einem Benutzerkonto unmöglich. Es existieren ausschließlich  personalisierte Accounts.

Vorgeschichte der LeoApp

Es begann bereits im Schuljahr 2016/17 im Projektkurs App-Entwicklung in der 11. Klasse. Dies war ein Ergänzungskurs zum Informatik-Leistungskurs. Dort wollte der Informatik Lehrer Boris Meltzow seinen Schülern die Grundlagen des Programmierens einer Android-App beibringen.

Man hat gemerkt, das die Idee einer solchen App eine längere Haltbarkeitsdauer hat als zunächst gedacht. Man wollte nicht nur Schülern, sondern der Schulgemeinschaft einen Mehrwert bieten. Also begann im Januar 2017  die Planung für die Verwirklichung der LeoApp. Es gab mit 21 Schülern einen Betatest und ab dem 16. März 2017 konnte man die LeoApp im Play Store von Google für Android-Geräte herunterladen und installieren. Wie auch heute kann man sie jedoch nur als Schüler und Lehrer vom  St. Leonhard Gymnasium in Aachen praktisch nutzen.

Was passiert nach der Anmeldung?

Wenn man sich erfolgreich angemeldet hat, generiert die LeoApp ganz automatisch einen digitalen Stundenplan. Dies geschieht über den Schul-Webserver und gilt für die Schüler der Sekundarstufe 1 und für die Lehrer.

Die Schüler aus der Sekundarstufe 2, also der Oberstufe, finden eine Auswahl aller Fächer und Kurse. Damit können sie ihren persönlichen Stundenplan erstellen. In der Sekundarstufe 2 haben die Schüler nämlich nicht einen einheitlichen Stundenplan.

Erinnerungen an Klausuren

Die WM beginnt morgen. Der Musikauftritt findet in zwei Tagen statt. Es gibt auch im Leben von Schülern jede Menge mehr oder weniger wichtige Termine in ihrem noch jungen Leben. Da hilft die Erinnerungsfunktion in der LeoApp gegen das Vergessen von Klausuren im Klausurplan. Damit sollen keine wichtigen Schultermine übersehen werden.

 

LeoApp im Play Store von Google

LeoApp im Play Store von Google

Man kann sich auch für die Repository auf Github von der LeoApp anschauen. Man nennt Projekte auf Github Repository. Dort sieht man alle Dateien vom Projekt. Unter Issues kann man Fehler oder Vorschläge bei der Weiterentwicklung der App eintragen.

Fazit zur LeoApp

Smartphones sind während der Schule auch an Aachener Gymnasium verboten. Nur Oberstufenschüler dürfen in gekennzeichneten Bereichen ihr Smartphone nutzen, nichtsdestotrotz ist die LeoApp ein voller Erfolg. Sie wird als digitaler Unterstützer für den Schulalltag immer mehr genutzt.

Man plant auch neue Funktionen. Dabei sollen hilfesuchende Schüler anonym eine Anfrage stellen können. Auf dieser Anfragen können  dann andere Schüler antworten. In ihrer Antwort wird dann die Qualifikation und Lohnvorstellungen mitgeteilt. Somit wird es eine praktische schulinterne Nachhilfebörse angeboten.

Beim Name der App sollte man die App nicht mit dem LEO Wörterbuch verwechseln. Dies ist eine andere tolle App mit dem Löwen als App-Icon. Diese hier vorgestellte LeoApp nutzt ein blaues Symbol, welches ihr auf den letzten Screenshot vom Google Store sehen könnt.

Das offene Projekt soll auch von nachfolgenden Jahrgangsstufen weiter betreut und auch weiter entwickelt werden.

Quellen: heise.de – aachener-zeitung.de

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