Fortbildung zum Betriebswirt – Voraussetzungen, Ablauf und Inhalte

Eine Fortbildung zum Betriebswert ist eine reizvolle Investition in die berufliche Zukunft für alle, die sich mit einer einfachen Stelle als Kauffrau oder Kaufmann nicht mehr zufriedengeben wollen.

Als Betriebswirt und als Betriebswirtin arbeitet man meist mit dem mittleren, bis oberen Management zusammen und plant und ist direkt mitverantwortlich für die Verwaltung wichtiger Unternehmensentscheidungen. Dies und auch die Möglichkeit, alles für eine künftige Selbstständigkeit in die Wege leiten zu können, machen diese Fortbildung zu einem idealen Sprungbrett für engagierte Karrieristen.

Für wen sich die Fortbildung lohnt

Als Betriebswirtin oder als Betriebswirt arbeitet man per se schon in einer der oberen Führungsetagen und besitzt ein ordentliches Maß an Mitbestimmungsrecht im jeweiligen Unternehmen. Doch gerade der Fakt, dass mit Abschließen der Fortbildung die Karriere erst so richtig losgehen kann, macht sie für viele so schmackhaft.

Die Voraussetzungen der Fortbildung zum Betriebswirt sind überschaubar und was man dafür bekommt daher umso besser. Immerhin handelt es sich bei diesem Abschluss um die höchste nicht-akademisch erreichbare Qualifikation und ist zudem mit einem herkömmlichen Bachelor-Abschluss in BWL vergleichbar. So sehr sogar, dass man sich nach der Fortbildung dafür entscheiden kann, an einer Universität weiter zu studieren, um sich weitere Karrieremöglichkeiten bis hin zu einer lehrenden Tätigkeit zu erschließen.

Möchte man dies jedoch nicht, teilt sich der Weg noch in zwei weitere mögliche Richtungen: Man kann weiter im Angestelltenverhältnis bleiben oder sich aber dazu entscheiden, in die Selbstständigkeit zu wechseln. Hierzu lernt man alles, was man benötigt, innerhalb der Fortbildung.

Da man nach dem Abschluss eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten hat und diverse Wege einschlagen; sich sogar jederzeit für eine andere Option entscheiden kann, eignet sich die Fortbildung gerade für jene, die sich alle Möglichkeiten offenhalten wollen und viel aus der Arbeitswelt mitnehmen möchten.

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Voraussetzungen für die Fortbildung und ihre Inhalte

Für gewöhnlich wird ein Realschulabschluss, eine kaufmännische Ausbildung und ein Jahr Arbeit in einem branchenüblichen Unternehmen für die Fortbildung zur Betriebswirtin und zum Betriebswirt verlangt. Wer jedoch schon fünf Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat – natürlich auch hier in einem geeigneten Beruf – der kann auch oft ohne besagte Ausbildung einen Platz für die Fortbildung erlangen und steht den anderen Absolventen bei einer gelungenen Abschlussprüfung auf dem Papier auch in nichts nach.

Bei den persönlichen Voraussetzungen müssen alle Interessierten in sich gehen und für sich selbst beantworten, ob die Anforderungen vom eigenen Profil erfüllt werden. Und hier sollte man ehrlich zu sich sein, sonst wird man diese wie auch jede andere so getroffene Karriereentscheidung später bereuen.

Wichtige charakterliche Eigenschaften sind laut der meisten Arbeitgeber und Jobcoaches die Folgenden:

  • ein eigenverantwortliches Handeln in hoher Position erfordert hohe Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein
  • deshalb und auch, weil man in zeitraubenden Stellen unterwegs sein wird, braucht man Durchhaltevermögen, Motivation und eine hohe Belastbarkeitsgrenze
  • gute Delegationsqualitäten sollte man ebenso besitzen wie auch Lernbereitschaft und Teamgeist, da nur so ein progressives Management entstehen kann
  • Flexibilität und kommunikative Kompetenzen helfen, in einer sich ständig verändernden Berufsrealität die Übersicht zu behalten, schnelle und korrekte Entscheidungen zu treffen und sie zu vermitteln
  • Mathematik, Logik-Fähigkeiten und analytisches Denken sind nicht nur für die Ausbildung relevant, sondern helfen, das große Ganze zu sehen, zu verstehen und Ziele wie auch Strategien schnell an die Lage anzupassen zu können
  • zum Schluss sollte man grundsätzlichen Perfektionismus mitbringen, da man als Betriebswirtin und Betriebswirt immer und immer weiter lernen muss, da dieser Beruf einen stetig fluktuierenden Prozess darstellt

Erkennt man sich hier wieder, gilt es zu erschließen, ob die Fortbildungsinhalte selbst einem liegen. Denn wie in so vielen anderen Berufen auch, unterscheiden sich die Inhalte von Ausbildung und Praxis sehr stark voneinander. Gerade hier ist es besonders der Fall, da man sich als Betriebswirtin und Betriebswirt auf so viele verschiedene Branchen spezialisieren kann und grundsätzlich in der Fortbildung alles mal gesehen haben muss.

Standard in jedem betriebswirtschaftlichen Beruf sind wohl folgende Inhalte:

  • Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (BWL)
  • Finanzwesen
  • Personalwesen
  • Lieferkettenmanagement
  • Wirtschaftsmathematik
  • Volkswirtschaftslehre (VWL)
  • Jura

Die allgemeinen Kategorien geben sogar schon einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten der Branchenspezialisierung, jedoch geschieht das zumeist in Wahlpflichtfächern, die den Weg in die gewählte Zukunft schon ebnen können.

Ist man vor allem mathematisch veranlagt, möchte man vermutlich deutlich mehr Rechenkompetenz in der Fortbildung vermittelt bekommen. Aus diesem Bereich eignen sich vor allem Fächer aus dem Bereich der Informatik, der Naturwissenschaften oder der Statistik.

Wer wiederum mehr ins Personalmanagement eintauchen will, hat die Möglichkeiten, sich auf Organisation, Planung, Beschaffung, Einsatz und allgemeine Verwaltung zu konzentrieren.

Jurainteressierte hingegen wollen sich vielleicht mehr für Politik, Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrecht spezialisieren.

Die berufliche Perspektive in der Betriebswirtschaft

Unter dem Begriff Wirtschaft verstehen Laien oft gar nichts und Erfahrene zu viel. Dies liegt maßgeblich daran, dass es in dem Bereich nahezu unendliche Fachgebiete gibt, was die Betriebswirte wiederum sehr erfreut, da dies für eine bereits erwähnte flexible berufliche Zukunft sorgt.

Doch sie ist nicht nur flexibel, sondern in den meisten Fällen ganz gut bezahlt. Und vor allem gibt das Verdienstspektrum viele Gehaltserhöhungen her, wenn man am Ball bleibt.

Während das Einstiegsgehalt bei in 2500 – 3000 Euro brutto liegt, verdienen langjährige und gute Betriebswirte und Betriebswirtinnen über 9000 Euro im Monat.

Diese Zahlen kommen aber in Begleitung hoher Arbeitszeiten. Eine Woche ab 45 Stunden Arbeitszeit gilt als normal und steigt schnell rasant an. Hier ist eine hohe Belastbarkeit nötig, da der Job von stetiger Progression lebt.

Wo man sich als Arbeitnehmer schlussendlich wiederfindet, liegt hingegen ganz bei einem selbst. Am häufigsten findet man sich allerdings in den drei Bereichen „Rechnungswesen und Marketing“, in der Personalabteilung oder aber in „Produktion und Vertrieb“ wieder. In diesen großen Bereichen regelt man meist die betrieblichen Abläufe, indem man sie ausführt oder sogar selbst plant und gestaltet. Inwieweit man im Endeffekt an der betrieblichen Entwicklung teilhaben wird, hängt natürlich vom Arbeitgeber ab. Man wird allerdings in jedem Fall einen verantwortungsvollen Posten im jeweiligen Unternehmen bekleiden.

About Grischa

Grischa hat im Dezember 2005 diesen Lernblog gestartet. Er studierte Wirtschaftsinformatik und leitet das Projekt Lern-Online.net seit Mai 2002. Das Ziel von Lern-Online.net ist Schülern und Studenten Wissen verständlich zu erklären, kostenfrei anbieten und übersichtlich gliedern.

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