Augenhöhe und Aussage: "Die Sicht auf etwas"

Die drei Hauptperspektiven
In der Perspektive haben wir drei verschiedene Arten, einen Körper darzustellen: in der Vogelperspektive, in der Froschperspektive und in der Normalperspektive. Diese drei Perspektiven haben alle ihre eigene Aussage. Zuerst klären wir jedoch, was was ist, bevor wir zur Theorie überschreiten.
Vogelperspektive:
Vogelperspektive
Froschperspektive:
Froschperspektive
Normalperspektive:
Normalperspektive

Die Aussagen
Die Vogelperspektive drückt eine Art Macht aus. Die "Draufsicht" verschafft einen Überblick und eine Weitsicht. Das Gefühl der Freiheit kommt auf. Die Froschperspektive ist das genaue Gegenteil davon. Es entsteht eine Art der Unterdrückung, die Bedrohung und Angst mit sich bringt. Wird die Froschperspektive bei Personen eingesetzt, sollen diese meist Unerreichbar dargestellt sein. Bei der Normalperspektive sind Objekt und Betrachter gleichgestellt. Beide sind auf gleicher Höhe. Es entsteht die Möglichkeit der Identifikation.

Augenhöhe
Einer der wichtigsten Grundsätze ist, dass ein Bild nur EINE Augenhöhe hat. Mehrere Augenhöhen sind zwar möglich, irritieren jedoch den Betrachter und wirken unrealistisch, wie folgendes Werk zeigt:

Zu viele Augenhöhen!
Die Irritation entsteht, da im Bild gleichzeitig eine Vogelperspektive (unterer Teil) und eine Froschperspektive (oberer Teil) aufeinander stoßen. Deckt man eine der Hälften zu und betrachtet nur die andere, ergibt das Bild einen Sinn. Beide sind jedoch unwahrscheinlich.